Medienbildung
Inhaltsverzeichnis
Medienkonzept des Studienseminars Osnabrück
Das Studienseminar des Lehramtes an berufsbildenden Schulen hat im Zuge des Umzuges an die Winkelhausenstraße ein eigenes Medienkonzept erstellt, dass u.a. auch Grundlage für die Ausstattung der Räumlichkeiten am Campus der Studienseminare war. Grundlage des Medienkonzepts ist ein funktionierendes System aus guter Internetanbindung (500mbit symmetrisch), eine Vielzahl von unterschiedlichen, in den Schulen gebräuchlichen Medien, sowie die Möglichkeit des Mirroring /Screening von digitalen Endgeräten zu den Monitoren. Das Mirroring (deutsch: Spiegeln von Bildschirmen) funktioniert mittels airserver und ScreenSharePro, wobei im Prinzip alle Betriebssysteme kompatibel sind. Am Besten und am Unproblematischen funktioniert das Betriebssystem IOS. Dieses Betriebssystem ist auf den Schul- bzw. Universitätseinsatz ausgerichtet, so dass sich damit Unterrichtsprozesse am einfachsten digitalisieren lassen. Des Weiteren sind viele Apps und Funktionen bereits eingerichtet und kostenlos verfügbar (wie z.B. die classroom App, AirDrop, Mirroring). Aus diesem Grunde favorisiert das Studienseminar LBS dieses Betriebssystem und empfiehlt die Anschaffung eines IPads. Zur Medienausstattung unseres Studienseminars gehört auch ein Koffer mit 30 IPads, die ReferendarInnen sowohl für den kurzfristigen Eigengebrauch als auch für den Schulgebrauch im Unterricht ausleihen können.
Zu erreichende Medienkompetenzen während des Referendariats
Um die eigenen Medienkompetenzen richtig einschätzen zu können, empfehlen wir den DigCompEdu-Check-in zu absolvieren.
VUCA-World
Die global vernetzte Digitalgesellschaft (VUCA-World) kennzeichnet sich durch vier spezifische Einflussfaktoren:
- volatility => Dynamik und Geschwindigkeit der Veränderungen führt zu einer Unbeständigkeit
- uncertainty => geringe Vorhersehbarkeit und Unvorhersagbarkeit führt zu Unsicherheit
- complexity => steigende Anzahl von Handlungsmöglichkeiten erhöht die Komplexität
- ambiguity => viele Rahmenbedingungen und Informationen führen zur Mehrdeutigkeit
SAMR-Model
Das SAMR- Modell wurde von Ruben R. Puentedura 2006 entwickelt, um Lehrenden den Einstieg in digitaleLehrprozesse zu vereinfachen.
- Auf der untersten Ebene geht es lediglich um Substitution der Aufgaben und Materialien durch digitale Präsentation.
- Auf der zweitniedrigsten Ebene findet durch Verbesserung eine Erweiterung (Augmentation ) statt, indem z.B.Links hinzugefügt werden oder digitale Prozesse das Arbeiten erleichtern.
- Auf der dritten Ebene werden Soft- und Hardware benötigt, digitale Werkzeuge verwendet, ohne die gestellte Aufgaben nicht gelöst werden können wie z.B. Tabellenkalkulation mit Excel. Dies nennt Puentedura Modification.
- Auf der höchsten Ebene werden Aufgaben gestellt, die ohne digitale Unterstützung gar nicht mehr lösbar wären wie z.B. Erstellen eines Podcast. Dies ist dann die Redefinition oder Neubelegung.
Inzwischen hat Puentedura sein Modell noch weiter spezifiziert.
Video zu Puenteduras SAMR-Modell
Das Frankfurt-Dreieck
Analog zum Dagstuhl-Dreieck werden im Frankfurt Dreieck-Modell drei Perspektiven ausdifferenziert, die Bildung für und über den digitalen Wandel aufgreifen muss. Diese werden im weiterentwickelten Modell bezeichnet als technologisch-mediale Perspektive, gesellschaftlich-kulturelle Perspektive und Interaktionsperspektive. Diesen Perspektiven sind jeweils die Prozesse Analyse,Reflexion und Gestaltung zugeordnet, die Lernende mit dem Ziel der Befähigung zur Partizipation an der durch Digitalisierung geprägten Welt und am digitalen Wandel jeweils durchlaufen sollen. Zugleich kann eine umfassende Analyse, Reflexion und Gestaltung des digitalen Wandels nur gelingen, wenn alle drei Perspektiven systematisch und sich wiederholend eingenommen werden.
Das 4K / 6 C- Modell
Das 4K-Modell (englisch: 4C) geht zurück auf die US-amerikanische Initiative P21 (Partnership for 21st Century Learning), in der sich Fachleute aus Wirtschaft, Bildung und Politik zusammengeschlossen haben, um über Bildung im digitalen Zeitalter nachzudenken. Mit den 4K haben sie die sogenannten "vier Kompetenzen für das 21. Jahrhundert" beschrieben – Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken. Diese Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schülern als Grundlage für selbstgesteuertes Lernen dienen und sie auf eine sich verändernde Arbeitswelt vorbereiten. Im Jahr 2013 stellte Andreas Schleicher vom Bildungsdirektorat der OECD das Modell auf der Digitalmesse re:publica vor und brachte die 4K so in die deutsche Debatte ein. Das Modell ist in Deutschland umstritten: Kontrovers diskutiert wird vor allem die Frage, ob und wie viel Einfluss Wirtschaftsorganisationen auf Bildung und Lehre nehmen sollen und wie stark sich Bildung an den (vermeintlichen) Erfordernissen der Arbeitswelt ausrichten sollte. Das 5. C steht für Charakter oder auch manchmal als Charisma bezeichnet. Damit soll ausgedrückt werden, dass man über eine Persönlichkeit verfügen muss, die im Team arbeiten kann, Vorträge mitreißend gestaltet und stressresilient ist. Citizenship ist das letzte C im Bunde. Es steht für Gemeinschaft. Manchmal wird es auch als Coolness bezeichnet und soll die Kompetenzen der Achtsamkeit, des guten Zeitmanagements und der kluge Umgang in stressigen Zeiten umfassen. Durch Befragungen hat sich herausgestellt, dass Jugendliche sich in den Bereichen Charisma und Coolness selber ziemlich schlecht einschätzen, es jedoch für außerordentlich wichtige Kompetenzen erachten.