Auswahl- und Reduktionsentscheidungen

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Didaktische Reduktion


„Die Didaktische Reduktion bezeichnet die Reduzierung und Vereinfachung komplexer Themen, um sie für Lernende alters- und reifegemäß aufzubereiten, indem komplexe Sachverhalte auf ihren Kern zurückgeführt werden und so für Lernende überschaubar und begreifbar werden. Ziel der Didaktischen Reduktion ist somit die Anpassung von Inhalten auf den Bedarf und die Möglichkeiten der lernenden Person.“ (DIDAGMA).

Nach Lehner kann man die didaktische Reduktion auch als "bewusst vorgenommene Unterscheidung" bezeichnen (Lehner; Didaktische Reduktion, 2.Auflage, 2020). Aus der Perspektive des Lehrenden ergeben sich demzufolge unterschiedliche didaktische Reduktionshandlungen:

1. Vorbereitung: Inhalte werden ausgewählt und reduziert

2. Darbietung: Inhalte werden in reduzierter Form aufbereitet und dargeboten z.B. -> in Form eines advanced organizers

3. Aktivierung: Inhalte werden von den Lernenden reduziert verarbeitet -> z.B. als elevator pitch, als Podcast, als Erklärfilm, als Checkliste etc.
(vgl. Lehner; Didaktische Reduktion, 2.Auflage, 2020)


Datei:Gruener, Gustav - Die didaktische Reduktion als Kernstück der Didaktik.pdf

Kennen Sie schon didaktische Reduktion?

 


Stoffauswahl


Typische Anfängerfehler sind eine überbordende Stofffülle, wodurch die Schülerinnen und Schüler zumeist überfordert werden. Aber auch zu wenig Stoffumfang ist ein Zeichen unzureichender Anpassung des Lerngegenstandsumfangs. Es ist daher zwingend erforderlich, sowohl "den Umfang [...] des Lerngegenstands an die Lerngruppe anzupassen" (vgl.Reinhardt, Unterrichtsökonomie 2.Aufl. Darmstadt 1974, S. 58) Es gibt zwei Lösungsmöglichkeiten:

  • Negativauslese: Was kann aus der Summe der Inhalte ohne einschneidende Nachteile eliminiert werden?
  • Positivauslese: Welches sind die wichtigsten, unumgänglichen Inhalte des Stoffgebietes?

(vgl. Speth/Berner: Theorie und Praxis des Wirtschaftslehreunterrichts, 2. Aufl. S. 67 ff)